Ethik und Ästhetik: Nur eine Frage der Wahrnehmung?

Veröffentlicht am: 22. Mai 2020
Autoren: Dr. med. Zoehre Akdogan

Der bedeutende Philosoph Ludwig Wittgenstein stellte in den Raum, dass Ethik und Ästhetik eins wären. Sind die beiden wirklich stets aufeinander bezogen, wie er uns aufzeigen wollte? Oder ist es eher eine komplexe Beziehung irgendwo zwischen absoluter Abhängigkeit und ziemlicher Eigenständigkeit?

Ästhetik wird heute vorwiegend als Lehre der Schönheit verstanden. Etymologisch stammt das Wort jedoch vom altgriechischen aisthesis, was mit Wahrnehmung oder Empfindung übersetzt wird. Wahrnehmung und Empfindung wovon? Eine Lehre der Wahrnehmung? Die Norm für Schönheit und guten Geschmack? Oder liegt die Schönheit einzig im Auge des Betrachters?

Wir grübeln weiter und finden noch mehr Fragen – weit und breit keine Antworten. Den wahren Freigeist freut es, wenn zum Schluss nur die individuelle Sichtweise zählt. Die Laune des Moments ist ausserdem jederzeit für ein Votum gut. Welche Rollen spielen dabei unsere Herkunft, die Erziehung und unser direktes Umfeld, welche uns prägen?

Ob bewusst oder unbewusst – der Mensch wird hin- und hergerissen zwischen eigenen Ansichten, der Darstellungen anderer sowie der eigenen Ansprüche, Wünsche oder Träume. Wollte man sich sämtlicher Vorbilder und Einflüsse entledigen, müsste einer in die komplette Isolation fliehen. Dass den Meisten von uns gerade der soziale Rückzug sehr zu schaffen macht, wurde in den vergangenen Monaten offensichtlich.

Seit es den Menschen gibt, gibt es Meinungsmacher, die niemals müde werden, zu propagieren, was richtig sein soll. Heute sind es Medien, Werbung, Kunstkritiker und immer wieder Scharlatane, die andere zu beeinflussen sowie zu überzeugen suchen. Wenn nicht des Geldes, dann des schnöden Ego wegen. Aber niemals uneigennützig.

Ethische Werte unterscheiden sich von Kultur zu Kultur. Sie verändern sich auch mit der Zeit. Wenn die Eltern früher den Kopf schüttelten, als sich die Söhne die Haare wachsen liessen, so werden sich die damaligen Teenager heute wundern, wenn Ihr Nachwuchs mit einem Zungenpiercing nach Hause kommt. Sitte und Moral entwickeln sich mit dem Menschen und seiner Umwelt. Aber auch die ethischen Werte werden weltweit von führenden Individuen vorgegeben, vorgelebt, weisgemacht und weitervermittelt. Im guten wie im schlechten Sinne.

Eines erscheint nachvollziehbar: Ohne Toleranz, Rundumsicht und stetiges Hinterfragen kommt kein Mensch weiter. Sturheit ist Stillstand und führt immer zu Konflikten. Konflikte sinnvoll auszutragen, erfordert Grösse. Der Mensch hat seine Grenzen. Eine absolute Wahrheit gibt es wohl nicht. Leider nur eine Menge Leute, die ihre Meinung dafür halten. Eigene Ansichten sind gut. Und über Geschmack lässt sich streiten. Stundenlang. Bis es ungemütlich und verletzend wird.

Ethik und Ästhetik klingt beides wissenschaftlich. Sie sind jedoch weder messbar noch schlüssig erklärbar. Wahrscheinlich hat Wittgenstein damit recht, dass beide gleich von der individuellen Wahrnehmung jedes einzelnen Menschen abhängig sind. Oder eben völlig abstrakt. Bringen wir aber nun die Prägung durch Herkunft, Erziehung und Umfeld ins Spiel, wird es klar, dass wir alle eine Vielzahl von Impulsen mit auf den persönlichen Entscheidungsweg bekommen. Diese wiederum prägen Wahrnehmung und Empfindung.

Im Zeitalter der Social Media Stars, die sich das Beeinflussen zum Beruf gemacht haben, wird die Bombardierung durch Impulse immens. Individualität wird uns plakativ vorgelebt und damit zur allgemeincoolen Norm erhoben. Mangels Selbstwertgefühl, Erfahrung oder besseren Wissens werden viele zu ergebenen Followern. Nachäffen und Mitlaufen sind tief verankert in unserem Wesen – wir sind Primaten.

Keine Frage, eine äusserliche Entstellung – beispielsweise durch einen Unfall – chirurgisch zu korrigieren, ist «ethisch» mehr als vertretbar. Wer würde wohl heute noch einen derartigen Eingriff als blasphemisch oder unschicklich bezeichnen? Die Behandlung ermöglicht den Betroffenen wieder ein menschenwürdiges Leben und den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens.

Wie steht es damit, Körperteile neu Formen zu lassen, manchmal bis weit über die natürlichen Gesetzmässigkeiten hinaus? Verbietet es die sogenannte Ethik, uns selbst mit Vorsatz zu entstellen – respektive entstellen zu lassen? Selbst wenn wir sonst todunglücklich wären, wenn wir es nicht machen dürften? Auch Sinnhaftigkeit ist eine Frage von Wahrnehmung und Ermessen.

Herkunft spielt definitiv eine Rolle. In asiatischen Ländern wie beispielsweise Korea, Japan oder Thailand sind chirurgische Anpassungen von Nasen, Augenliedern, Ohren und anderem seit Jahrzehnten gang und gäbe. Individualität und Toleranz haben in diesen Ländern eine höhere Akzeptanz. Jedenfalls im privaten Bereich. Der persönliche Wunsch eines Menschen wird respektiert. Darin besteht kein Problem, solange für Dritte kein Nachteil entsteht. Spontaneität ist ausserdem die Würze des Lebens.

Zurück zu Ludwig Wittgenstein: Sind Ethik und Ästhetik eins? Dass beide untrennbar miteinander verbunden sind, scheint ausser Frage zu sein. Und dass beide ein Teil des Individuums sind, genauso wenig. Äusserlichkeiten sind der erste Eindruck – sie beeinflussen unsere Haltung und Entscheidungen massgeblich. Dazu wird unsere persönliche Wahrnehmung oder Empfindung laufend von Zeitgeist, Kulturkreis oder sozialem Umfeld geprägt. Hören wir doch auf, zwanghaft und verallgemeinernd zu definieren sowie schubladisieren. Es ist gut, zu reflektieren und evaluieren. Aber nichts geht über den eigenen, gesunden und individuellen Entscheid. Am besten, ohne andere damit beeinflussen zu wollen. Dann machen wir Ethik und Ästhetik zu einem faszinierenden, lebensbejahenden Spielraum.

Der bedeutende Philosoph Ludwig Wittgenstein stellte in den Raum, dass Ethik und Ästhetik eins wären. Sind die beiden wirklich stets aufeinander bezogen, wie er uns aufzeigen wollte? Oder ist es eher eine komplexe Beziehung irgendwo zwischen absoluter Abhängigkeit und ziemlicher Eigenständigkeit?

Ästhetik wird heute vorwiegend als Lehre der Schönheit verstanden. Etymologisch stammt das Wort jedoch vom altgriechischen aisthesis, was mit Wahrnehmung oder Empfindung übersetzt wird. Wahrnehmung und Empfindung wovon? Eine Lehre der Wahrnehmung? Die Norm für Schönheit und guten Geschmack? Oder liegt die Schönheit einzig im Auge des Betrachters?

Wir grübeln weiter und finden noch mehr Fragen – weit und breit keine Antworten. Den wahren Freigeist freut es, wenn zum Schluss nur die individuelle Sichtweise zählt. Die Laune des Moments ist ausserdem jederzeit für ein Votum gut. Welche Rollen spielen dabei unsere Herkunft, die Erziehung und unser direktes Umfeld, welche uns prägen?

Ob bewusst oder unbewusst – der Mensch wird hin- und hergerissen zwischen eigenen Ansichten, der Darstellungen anderer sowie der eigenen Ansprüche, Wünsche oder Träume. Wollte man sich sämtlicher Vorbilder und Einflüsse entledigen, müsste einer in die komplette Isolation fliehen. Dass den Meisten von uns gerade der soziale Rückzug sehr zu schaffen macht, wurde in den vergangenen Monaten offensichtlich.

Seit es den Menschen gibt, gibt es Meinungsmacher, die niemals müde werden, zu propagieren, was richtig sein soll. Heute sind es Medien, Werbung, Kunstkritiker und immer wieder Scharlatane, die andere zu beeinflussen sowie zu überzeugen suchen. Wenn nicht des Geldes, dann des schnöden Ego wegen. Aber niemals uneigennützig.

Ethische Werte unterscheiden sich von Kultur zu Kultur. Sie verändern sich auch mit der Zeit. Wenn die Eltern früher den Kopf schüttelten, als sich die Söhne die Haare wachsen liessen, so werden sich die damaligen Teenager heute wundern, wenn Ihr Nachwuchs mit einem Zungenpiercing nach Hause kommt. Sitte und Moral entwickeln sich mit dem Menschen und seiner Umwelt. Aber auch die ethischen Werte werden weltweit von führenden Individuen vorgegeben, vorgelebt, weisgemacht und weitervermittelt. Im guten wie im schlechten Sinne.

Eines erscheint nachvollziehbar: Ohne Toleranz, Rundumsicht und stetiges Hinterfragen kommt kein Mensch weiter. Sturheit ist Stillstand und führt immer zu Konflikten. Konflikte sinnvoll auszutragen, erfordert Grösse. Der Mensch hat seine Grenzen. Eine absolute Wahrheit gibt es wohl nicht. Leider nur eine Menge Leute, die ihre Meinung dafür halten. Eigene Ansichten sind gut. Und über Geschmack lässt sich streiten. Stundenlang. Bis es ungemütlich und verletzend wird.

Ethik und Ästhetik klingt beides wissenschaftlich. Sie sind jedoch weder messbar noch schlüssig erklärbar. Wahrscheinlich hat Wittgenstein damit recht, dass beide gleich von der individuellen Wahrnehmung jedes einzelnen Menschen abhängig sind. Oder eben völlig abstrakt. Bringen wir aber nun die Prägung durch Herkunft, Erziehung und Umfeld ins Spiel, wird es klar, dass wir alle eine Vielzahl von Impulsen mit auf den persönlichen Entscheidungsweg bekommen. Diese wiederum prägen Wahrnehmung und Empfindung.

Im Zeitalter der Social Media Stars, die sich das Beeinflussen zum Beruf gemacht haben, wird die Bombardierung durch Impulse immens. Individualität wird uns plakativ vorgelebt und damit zur allgemeincoolen Norm erhoben. Mangels Selbstwertgefühl, Erfahrung oder besseren Wissens werden viele zu ergebenen Followern. Nachäffen und Mitlaufen sind tief verankert in unserem Wesen – wir sind Primaten.

Keine Frage, eine äusserliche Entstellung – beispielsweise durch einen Unfall – chirurgisch zu korrigieren, ist «ethisch» mehr als vertretbar. Wer würde wohl heute noch einen derartigen Eingriff als blasphemisch oder unschicklich bezeichnen? Die Behandlung ermöglicht den Betroffenen wieder ein menschenwürdiges Leben und den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens.

Wie steht es damit, Körperteile neu Formen zu lassen, manchmal bis weit über die natürlichen Gesetzmässigkeiten hinaus? Verbietet es die sogenannte Ethik, uns selbst mit Vorsatz zu entstellen – respektive entstellen zu lassen? Selbst wenn wir sonst todunglücklich wären, wenn wir es nicht machen dürften? Auch Sinnhaftigkeit ist eine Frage von Wahrnehmung und Ermessen.

Herkunft spielt definitiv eine Rolle. In asiatischen Ländern wie beispielsweise Korea, Japan oder Thailand sind chirurgische Anpassungen von Nasen, Augenliedern, Ohren und anderem seit Jahrzehnten gang und gäbe. Individualität und Toleranz haben in diesen Ländern eine höhere Akzeptanz. Jedenfalls im privaten Bereich. Der persönliche Wunsch eines Menschen wird respektiert. Darin besteht kein Problem, solange für Dritte kein Nachteil entsteht. Spontaneität ist ausserdem die Würze des Lebens.

Zurück zu Ludwig Wittgenstein: Sind Ethik und Ästhetik eins? Dass beide untrennbar miteinander verbunden sind, scheint ausser Frage zu sein. Und dass beide ein Teil des Individuums sind, genauso wenig. Äusserlichkeiten sind der erste Eindruck – sie beeinflussen unsere Haltung und Entscheidungen massgeblich. Dazu wird unsere persönliche Wahrnehmung oder Empfindung laufend von Zeitgeist, Kulturkreis oder sozialem Umfeld geprägt. Hören wir doch auf, zwanghaft und verallgemeinernd zu definieren sowie schubladisieren. Es ist gut, zu reflektieren und evaluieren. Aber nichts geht über den eigenen, gesunden und individuellen Entscheid. Am besten, ohne andere damit beeinflussen zu wollen. Dann machen wir Ethik und Ästhetik zu einem faszinierenden, lebensbejahenden Spielraum.

SARS-CoV-2 / COVID-19: Prävention durch integrative Therapieansätze

Veröffentlicht am: 8. Mai 2020
Autoren: Prof. Dr. Burkhard Schütz, MSc ETH Michelle Passarge
Ihr Kommentar und Dossier-Bestellung: am Schluss des Blog

Das Coronavirus wird uns noch viele Monate begleiten. Auch wenn die Letalität nach der aktuellen Heinsberg-Studie [1] oder einer neuen Veröffentlichung im New England Journal of Medicine [2] deutlich niedriger sein könnte, als bislang angenommen, bleibt ein Problem jedoch unverändert bestehen: es gilt ältere Menschen und Risikogruppen zu schützen und das über Monate, vielleicht Jahre.

Da es bislang weder wirksame Medikamente noch Impfungen gibt, kommt neben Maßnahmen zur Infektionsvermeidung durch Hygiene und gezielte Testungen (SARS-CoV-2-PCR und Antikörperteste) vor allem der Prävention eine besondere Bedeutung zu. Hier hat gerade unsere integrative Medizin einiges zu bieten. Sie ist imstande, das Immunsystem der Menschen zu stärken und antivirale Ab­wehr­mechanismen anzuregen.

Hierzu habe ich in unserem neuen biovis-Folder zu SARS-CoV-2 / COVID 19 bereits konkrete Ansätze vorgeschlagen. In öffentlichen Diskussionen werden unsere Ansätze immer wieder als unwirksam und nicht zielführend abgetan. Gerade deshalb wollen wir Ihnen hier die wichtigsten Substanzen vorstellen und deren Wirksamkeit mit zahlreichen, zum Teil sehr aktuellen Studien belegen. Sie sollen darin bestärkt werden, dass „unsere Medizin“ effektiv ist und das zu leisten vermag, was gerade jetzt gebraucht wird: präventiv vor einer Virusinfektion schützen oder unsere Abwehr gegen virale Infektionen stärken. Integrative Medizin ist heute wissenschaftlich fundiert, auch das wollen wir mit unserer kleinen Serie unterstreichen.

Gestatten Sie mir noch eine Bemerkung: Messen – Therapieren – Messen! Das war und ist unser Prinzip.

Eine Therapie mit den nachfolgend beschriebenen Stoffen muss immer gezielt erfolgen. Wahllose, unkontrollierte Gaben von Melatonin, Vitaminen oder Mikronährstoffen schaden oft mehr, als sie helfen. Man sollte wissen, was man tut. Ein „Zuviel“ ist oft genauso schlecht, wie ein „Zuwenig“.

Einleitung

Das Coronavirus (CoV) ist ein Erreger, der in erster Linie die menschlichen Atemwege angreift. Die Ausbrüche des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) im Jahr 2002/2003 und des respiratorischen Syndroms des Nahen Ostens (MERS) im Jahr 2012 haben gezeigt, was geschehen kann, wenn Coronaviren Artengrenzen überschreiten und Menschen infizieren [3]. Im Dezember 2019 wurde in China ein neuartiges, grippeähnliches Coronavirus (SARS-CoV-2) entdeckt, das mit den Coronaviren MERS und SARS verwandt ist [4]. Ausgehend von der chinesischen Provinz Hubei entwickelte sich COVID-19 im Januar 2020 in China zu einer Epidemie und breitete sich schliesslich weltweit aus. Am 27. Januar wurde der erste Infektionsfall in Europa (Bayern) gemeldet und am 30. Januar 2020 rief die WHO die internationale Gesundheitsnotlage aus [5]. Am 9. Februar 2020 über­stieg die Zahl der mit COVID-19 assoziierten registrierten Todesfälle mit über 8000 die Gesamt­zahl der Todesfälle der SARS-Pandemie von 2002/2003. Anfang März meldete die WHO erstmals über 100’000 Infizierte weltweit, woraufhin die WHO am 11. März 2020 die bisherige COVID-19-Epidemie offiziell zu einer Pandemie erklärte [6].

Klinische Symptome und Pathogenese von COVID-19

Das Genom von COVID-19 besteht aus einer einzelsträngigen (+)ssRNA. Sequenzanalysen haben gezeigt, dass es eine mehr als 82%ige Homologie mit dem SARS-Coronavirus aufweist und zu mehr als 50 % mit dem MERS-Virus identisch ist. Ebenso wie das SARS-CoV und das MERS-CoV gehört auch COVID-19 zum Cluster der β-Coronaviren. [7]

Patienten, die mit COVID-19 infiziert waren, zeigten einen Mangel an Lymphozyten, abnorme Atemwegsbefunde und erhöhte Spiegel von pro-inflammatorischen Zytokinen im Plasma [8]. Die mit SARS-Coronaviren assoziierte Virulenz und Pathogenität entwickelt sich aufgrund der viralen Aktivierung des zytoplasmatischen NLRP3-Imflammasoms. Dieses Inflammasom setzt mit Hilfe von aktivierten Makrophagen und Th1-Immunzellen vermehrt pro-inflammatorische Zytokine frei, die zu einer überschießenden Entzündungsreaktion führen [9]. Diese verstärkte Ausschüttung der Zytokinen (Zytokinsturm), die v. a. im Lungengewebe stattfindet, führt zu schweren entzündlichen Er­krankungen, zu Infektionen der unteren Atemwege, Lungenentzündung und schwerer Atemnot. [10]

Die bis dato berichtete Todesfallrate von COVID-19 Patienten liegt zwischen 1,4 % und 3,4 % [11, 12]. Geht man davon aus, dass die Zahl der asymptomatischen oder minimal symptomatischen Fälle um ein Mehrfaches höher ist als die Zahl der gemeldeten Fälle, kann die Sterblichkeitsrate deutlich unter 1 % liegen [2]. Dies deutet darauf hin, dass die klinischen Gesamtfolgen von COVID-19 letztlich eher denen einer schweren saisonalen Grippe (mit einer Todesfallrate von etwa 0,1 %) oder einer pandemischen Grippe (wie 1957 und 1968) ähneln als einer Krankheit wie SARS oder MERS, die Sterblichkeitsraten von 9 bis 10 % bzw. 36 % aufwiesen [13]. Zu einem ähnlichen Schluss kommen auch erste Vorabergebnisse der Heinsberg-Studie, die von einer COVID-19-Letalitätsrate von 0,37 % und Mortalität bezogen auf die Gesamtpopulation von 0,06 % ausgeht [1].

Der Ausbruch von COVID-19 hat die öffentliche Gesundheit, die Forschung und die medizinische Gemeinschaft vor entscheidende Herausforderungen gestellt. Da es bislang weder wirksame Medikamente noch Impfungen gibt, kommt neben Maßnahmen zur Infektionsvermeidung durch Hygiene, körperliche Distanzierung und gezielten Testungen (SARS-CoV-2-PCR und Antikörperteste) vor allem der Prävention eine besondere Bedeutung zu. Hier hat gerade die integrative Medizin einiges zu bieten. Sie ist imstande das Immunsystem der Menschen zu stärken und antivirale Ab­wehr­mechanismen anzuregen.

Basierend auf bisher vorliegenden Studien, bekannten Virulenzmechanismen von COVID-19 und gesammelten Daten über Coronaviren im Allgemeinen, erweisen sich folgende Ansätze der integrativen Medizin als sinnvoll zur Prävention einer COVID-19-Infektion.

Weiterlesen? Mehr lesen?

Bestellen Sie das umfassende pdf File zum Thema bei René Bläuer info@ssaamp.ch, Stichwort BLOG Mai.

Darin werden alle relevanten integrativen Ansätze zur Prävention von SARS-CoV-2-Infektionen umfassend diskutiert, auf der Basis aktueller Studien, inklusive empfohlener Dosierungen.

Covid-19 – auf Messers Schneide

Wann ist die Krise vorbei, kommt sie wieder, Vergleich mit Influenza, wen trifft‘s – und unser Beitrag.

Veröffentlicht am: 20. April 2020
Autor: Dr. med. dent. Jens Tartsch, Kilchberg ZH
Ihr Kommentar: Beiträge am Schluss des Blog erwünscht

Lock-down, Shut-down, Exit-Strategie, Smart-Restart … dies sind sicher alles Begriffe, über welche wir uns in der Vergangenheit kaum Gedanken gemacht haben bzw. welche es konkret zum Teil noch gar nicht gab – insbesondere im Zusammenhang mit einer Krisensituation.

Was soll man – oder ich als Zahnarzt – also dazu noch sagen, was in den Medien nicht schon von der einen oder anderen Seite veröffentlicht wurde? Gerade in den Medien ist ja derzeit die gesamte Bandbreite der Meinungen zu finden – von „Panikmache“ und „Weltuntergang“ bis hin zu „so ist halt die Natur: nur die Starken überleben“.

Nun kann man seine persönliche Meinung kundtun oder das Wort an kompetente Fachleute übergeben. Ersteres wird hier im Anschluss folgen, für das Zweite möchte ich zunächst das Wort an den Herzchirurgen Prof. Dr. Vogt übergeben, welcher mit seinem Beitrag in der Mittelländischen weltweit für Aufsehen sorgte und die aktuelle Situation objektiv und nüchtern, aber sehr konkret wiedergibt. Auch wenn der Artikel etwas länger sein mag, man sollte ihn unbedingt zu Ende lesen, er gibt viel Input für weitere Diskussionen: https://bit.ly/ssaampblog200420

Ich denke, nun wird der eine oder andere die Situation doch mit etwas anderen Augen sehen, und auch ich möchte nun vor dem Hintergrund der gewonnenen Erkenntnisse aus dem Artikel auf meine persönliche Meinung als Zahnarzt zurückkommen. Mitgenommen habe ich Folgendes:

  1. Die Krise ist erst vorbei, wenn es ein Medikament bzw. einen Impfstoff gibt.
  2. Die Situation kann bei zu starker Lockerung der Massnahmen jederzeit wieder eskalieren.
  3. Ein simpler Vergleich mit Influenza ist nicht zulässig, die Intensivstationen sprechen eine andere Sprache.
  4. Panik ist nicht angebracht, aber es kann jeden treffen – insbesondere dessen Eltern.
  5. Auch heute weiss noch niemand, wann das Leben wieder normal sein wird – wir alle müssen aber mit Disziplin dazu beitragen, dass es dies wieder so schnell wie möglich wird.

Natürlich muss die Wirtschaft weitergehen, auch unsere Praxen müssen wieder normal arbeiten können … aber wir bewegen uns damit auf Messers Schneide, und dies muss uns allen zumindest bewusst sein. Trotz vom Bundesrat beschlossener stufenweiser Lockerung heisst dies daher auf noch nicht absehbare Zeit für mich vor allem auch im privaten Bereich: alles vermeiden, was nicht zwingend notwendig ist – das Virus hält sich nicht an Gesetze! Denn wir wissen: Nur mit einer Reproduktionszahl von < 1 kann die Pandemie beendet werden. Das heisst konkret: 1 Infizierter steckt weniger als 1 Gesunden an. Aktuelle Berechnungen bspw. für Deutschland zeigen: Bereits bei einer Reproduktionszahl von 1.2 (von 5 Infizierten stecken 4 nur 1; 1 jedoch 2 Gesunde an) wäre das deutsche Gesundheitssystem bereits im Juli wieder überlastet (ohne Massnahmen Reproduktionszahl Covid 2 – 3, zu Beginn der Pandemie 4 – 5!).

Gerne werden meist „nur“ die Sterberaten herangezogen. Dies ist natürlich ein wichtiges Thema, aber kaum wird über schwere Verläufe gesprochen. Das 13 seitige Tagebuch eines betroffenen Kollegen (liegen mir vor, kann auf Anfrage weitergeleitet werden) zeigt: Auch ein Covid-Aufenthalt im Spital bereits ohne Beatmung oder ein schwerer Verlauf zu Hause ist kein Vergnügen und ich persönlich möchte dies nicht durchlaufen müssen!

Auch die Praxen von uns Zahnärzten wurden bisher nicht geschlossen. Jedoch durften wir natürlich nur Notfallmassnahmen durchführen, das hiess 1–2 Patienten pro Woche. Nun wird ab 27. April ein „Smarter Restart“ durchgeführt werden. Was „Smarter Restart“ bedeutet, bzw. wie die Schutzmassnahmen aussehen werden, wurde uns zumindest bis zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrages noch nicht mitgeteilt. Eines dürfte jedoch heute bereits bekannt: Unser Personal und wir sollen mit einfachem OP-Mundschutz arbeiten. Studien würden zeigen, dass so ein einfacher Mundschutz die Ausbreitung bei Erkrankten vermindert und damit als Schutz für das Zahnarztpersonal genüge. Der Fakt ist soweit richtig, jedoch habe ich in meiner Praxis noch keinen Patienten erlebt, welcher während seiner Behandlung einen Mundschutz trägt. Für das Personal und den Behandler bedeutet ein Mundschutz ausserdem keinen Schutz vor Ansteckung, dies können nur FFP2-Masken als Mindestmassnahme gewährleisten. Der Zugang zu FFP2-Masken wird uns Zahnärzten jedoch von offizieller Seite (noch?) verwehrt und die Masken können nicht über die Kantonsapotheke bezogen werden. Bleibt das Internet mit CHF 10–20 pro Stück (!).
Aber es stimmt natürlich … sind wir als Behandler ersteinmal infiziert, werden die Patienten wiederum durch den einfachen Schutz der OP-Maske vor einer Ansteckung durch uns geschützt. Anmerkung: Zahnarzt – Patientenkontakt Distanz 30 cm, mind. 30 min., durchschnittlich 20 Patienten pro Tag, damit im Falle einer unerkannten Infektion des Behandlers Reproduktionszahl 20 (!) – damit ein sogenannter „Superspreader“. Und falls dabei jemanden das Risikoprofil der einzelnen Berufe interessiert, sollte man auch hier mal einen Blick hierauf werfen und vor allem das rechte obere Eck beachten: https://bit.ly/ssaaampblog20420

Was bedeutet nun dieser kurze Exkurs in die Welt der Zahnmedizin für uns alle? Wenn Sie mich fragen – und das haben Sie mit diesem Blog ja getan – die Extreme sind meist nie der richtige Weg: man sollte die Situation nicht überbewerten, aber eben auch nicht unterschätzen und mit einer Grippe vergleichen. Jeder sollte seinen persönlichen Weg finden, um Risiken so weit wie möglich zu minimieren, aber dabei trotzdem langsam in normale Leben zurückfinden. Das gilt auch für die allgemeinmedizinische Praxis. Stärken Sie ihr Immunsystem und das Ihrer Patienten – die SSAAMP steht Ihnen hierbei mit Rat und Tat zur Seite. Vergessen Sie dabei aber nie: Das Spiel ist erst nach dem Abpfiff vorbei …

Bleiben Sie gesund!

Ihr Dr. Jens Tartsch

Corona-Krise – wie steht um Ihr Immunsystem?

Ein paar Denkanstösse zur Stärkung – was können wir für uns selber tun?

Veröffentlicht am: 16. April 2020
Autorin: Sybille Binder, dipl. Ernährungsberaterin FH, dipl. Vitalstofftherapeutin NHK Zürich
Ihr Kommentar: Beiträge am Schluss des Blog erwünscht

Als Gesellschaft für Präventionsmedizin und Well Aging, wie wir es häufig lieber nennen als Anti-Aging, möchten wir Impulse setzen und Empfehlungen und Denkanstösse mitgeben, damit die Eigenverantwortung für die Gesundheit gefördert wird.

Warum sprechen der Bundesrat, die Gesundheitsbehörden und Medien von diesem Virus als Gefahr? Die Gefahr ist nicht das Virus, sondern unser geschwächtes Immunsystem!

Wie Sie vielleicht wissen, sind wir Wirte für Bakterien, Viren, Pilze, Würmer und andere Parasiten. Sie leben mit uns und wir mit ihnen! Wir bieten ihnen also die Möglichkeit, sich in uns zu entwickeln und uns dann eventuell krank zu machen.

Aber warum befällt dieses Virus nur die einen und die anderen nicht?

Diese Frage habe ich mir früher schon gestellt, als unsere Kinder die Schule besuchten und wir in regelmässigen Abständen von den Lehrern informiert wurden, dass die Läuse wieder aktiv wurden und einigen Kindern und Familien das Leben schwer machten.  Interessanterweise befielen Läuse nicht selten die gleichen Kinder, während andere Kinder nie davon betroffen waren. Warum nicht? Die Läuse brauchen ein entsprechendes Milieu, also eine für sie stimmige Umgebung, sonst entwickeln sie sich nicht.

Und genau so ist es bei Viren, so auch bei Covid-19. 

Wie ist es möglich, dass in einer Familie, wo verschiedene Menschen zusammenleben, nur die einen befallen sind – und die anderen nicht? Weil sich das Virus nicht überall wohlfühlt. Wer ein starkes, stabiles Immunsystem hat, dem kann Covid-19 keinen grossen Schaden zufügen.

Natürlich müssen wir nun alle schützen, welche stark betroffen sind, darum sind die nötigen Massnahmen teilweise auch berechtigt. Aber was lernen wir für die Zukunft? Dass wir selber etwas machen können, damit uns ein nächstes starkes Virus nicht so befällt und es keine Pandemie geben muss! Das Virus hat die Pandemie nicht ausgelöst, sondern der Mensch, der schon lange nicht mehr so lebt, wie es ihm bekommt!

Interessanterweise sprechen Immunologen nicht aus, dass man sehr viel machen kann, um das Immunsystem zu stärken. Denn all jene, die das Virus nun befällt und die erkranken, sind betroffen von einer Immunschwäche, die ihnen nicht bewusst war.

Es lässt einen schmunzeln, wie viele Schweizerinnen und Schweizer sich unter anderem bei Hamsterkäufen mit Mehl und Teigwaren eindeckten. Gerade viele Kohlenhydrate können das darmeigene Immunsystem schwächen und führen zu sogenanntem Phlegma oder Schleim im Körper. Heute spricht man von einer Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts. Und Viren fühlen sich wohl in diesem Milieu. Mit einer angepassten Ernährung stärkt man das Immunsystem.

80 % des Immunsystems sind bekannterweise im Darm angesiedelt, also bietet das Mikrobiom eine gute Möglichkeit, das Immunsystem zu stimulieren und zu unterstützen.

  • Sowohl ein kalorisches Überessen wie langfristige Mangelernährung schwächen das Immunsystem.
  • Bei einer ausgewogenen Grundernährung mit täglichen Fastenzeiten wird das Immunsystem stimuliert und gestärkt. Geniessen Sie 2–3 Mahlzeiten mit einer längerfristigen Fastenzeit von 14–16 Stunden. Mal von mittags bis zum nächsten Morgen und mal vom Abend bis zum nächsten Mittag fasten. Immer wieder Abwechslung stärkt das Immunsystem.
  • Regelmässig fermentierte Nahrungsmittel wie angesäuerte Milchprodukte, Sauerkraut, fermentierte Gemüse, Sauerteigbrot zu sich nehmen.
  • Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wirken stimulierend auf das Immunsystem. Diese sind zu finden in Meerrettich, Kresse, Bärlauch, Zwiebel und Knoblauch sowie in allen Kohlarten wie Federkohl, Wirsing, Weisskohl, Broccoli.
  • Gewürze und Kräuter, welche antiviral wirken: Salbei, Thymian, Ingwer, Artemisia, Anamed, Bockshornklee usw. Setzen Sie diese täglich in Ihrer Küche ein.
  • Gewürze, die Schleim/Phlegma ausleiten: Nelke, Muskat, Zimt.

Roh oder gekocht?

Untersuchungen zeigen, dass Rohkost das Immunsystem stärken, aber auch schwächen kann. Wer viel innere Wärme und Kraft hat, den stärken Rohkostsalate und Obst. Es gibt immer wieder Personen, welche durch eine reine Rohkost ein stabiles, starkes Immunsystem haben. Wer jedoch häufig innerlich Stress empfindet und wem häufig kalt ist, den kann Rohkost schwächen. Darum empfiehlt es sich dann, mehr Gekochtes als Rohes zu geniessen. Aber täglich etwas Rohkost in Form eines Beilagesalats mit vielen Kräutern und Gewürzen stimmuliert das Immunsystem jederzeit.

Mit besten Wünschen für ein immunstarkes Jahr!

Sybille Binder

April 2020 – Krisenzeit, was jetzt?

Veröffentlicht am: 8. April 2020
Autor: Dr. med. John van Limburg Stirum, Vizepräsident SSAAMP
Ihr Kommentar: Beiträge am Schluss des Blog erwünscht

Jeden Tag frage ich mich, was können wir in dieser Situation nur tun? Wann können wir wieder normal leben und arbeiten? Die einzige momentan richtige Antwort: Wir wissen es nicht. Deshalb ist es so wichtig, das Unabänderliche zu akzeptieren und das Mögliche umzusetzen. Somit fertig mit den Sorgen für die Welt, sorgen Sie mehr für sich und ihre Familie… und die Zeit danach. Fragen Sie sich: Was kann ich tun, damit ich vorbereitet bin. Damit es besser wird.

Wie wäre es, sich jetzt um die Gesundheit zu kümmern?

Ausreichend Schlaf, gesundes Essen, frische Luft, Sonnenschein, Bewegung und ein gutes Familienleben. Fertig mit Rauchen. Treiben Sie Sport zuhause. Im Internet findet man viele Anleitungen dazu, bspw. Tabata: 8 Minuten tgl sollten ausreichen! Eine gute Muskulatur birgt ein gutes Immunsystem! Jetzt ist die Gelegenheit zum Aufräumen, Lernen, Lesen, mehr Zeit mit der Familie. Statt alle am Tisch mit dem Handy, zusammen reden und füreinander wieder da sein. Wenn nicht jetzt… wann dann?

Aber was man nicht (mehr) machen sollte ist… Nachrichten schauen! Nur noch Corona! So viele Erkrankte, so viele Tote, überlastete Spitäler und so viel Panikmache. Angst macht gefügig und ist lähmend. Angst aktiviert unser Sympathikus-Nervensytem, welches ausgerichtet ist auf Katastrophe und Flucht. Es erhöht Cortisol und Adrenalin. Mehr Blutzucker, hoher Blutdruck, Herzklopfen. Auf in den Kampf! Aber was tun, wenn wir nur zuhause eingesperrt sind…!? Folgen sind Immunschwäche und schlechte Verdauung und damit verminderte Aufnahme von gesunden Nährstoffen, welche für das Wohlergehen unerlässlich sind!

Unser aller Ziel ist von CoVid verschont zu bleiben und nicht an den Schutzmassnahmen zu sterben!

Und das liegt in Ihrer Hand!

Dr. med. John van Limburg Stirum

Corona Virus – Ganzheitliche Betrachtung

Veröffentlicht am: 2. April 2020
Autor: Dr. med. Simon Feldhaus, Präsident SSAAMP
Ihr Kommentar: Beiträge am Schluss des Blog erwünscht

Die Welt steht auf dem Kopf, nichts ist mehr so, wie es zu Beginn des Jahres noch war…

Wir erleben ein Informationschaos der Perfektion da so viele Experten (ob nun wirklich oder fake ist bei weitem nicht immer erkennbar) sich zu Wort melden und Ihre Meinung äussern.

Die Netzwerke explodieren mit tausenden von News, zum grössten Teil mit sehr fragwürdigen Inhalten, die die Unsicherheit in der Bevölkerung noch verstärken.

Die SSAAMP stand und steht für wissenschaftlich basierte Informationen und Weiterbildungen.

Daher möchten wir auch zu diesem Thema Stellung beziehen.

Wir können immer nur den aktuellen Stand beschreiben und kommentieren, schon nächste Woche kann die Realität eine andere sein.
Ich möchte hier nun versuchen eine ganzheitliche Betrachtung der Situation zu vermitteln.
Vorweg sei gesagt, dass auch die SSAAMP selbstverständlich ALLE vom Bund und BAG veröffentlichten Empfehlungen uneingeschränkt empfiehlt umzusetzen.
Daneben gibt es aber doch einige Dinge zu kommentieren:

Zuerst zur Frage des Risikos und der Gefährlichkeit:

Es gibt eine Arbeit die in der Zeitschrift „Science“ publiziert wurde:
Epidemiologen haben die Ausbreitung von COVID-19 in China untersucht und sind dabei der Frage nachgegangen, wie oft Neu- Infektionen überhaupt entdeckt wurden

Das Resultat ist erstaunlich:
– Rund 85% (82-90%) aller Infektionen sind erfolgt, ohne dass jemand die Infektion bemerkt hat
– Etwa 55% der unbemerkt Infizierten haben weitere Personen angesteckt

Dies wäre eigentlich zu erwarten, denn wie sonst wäre es erklärbar gewesen, dass die Infektionszahlen in China nach einigen Wochen gegen Null gesunken sind.
Anhand der Immunitätsrate von weniger als 1% der Bevölkerung kann man das nicht erklären (weniger als 100’000 Personen in Wuhan von rund 10 Mio. Menschen erkrankt).

Es ist eher anzunehmen, dass die Rate von stummen Infektionen noch höher ausfällt. Betrachtet man die Zahlen in Italien, so stirbt etwa eine von zehn diagnostizierten Personen. Aber diagnostiziert heisst ja nicht infiziert! wenn man die Science Arbeit zugrunde legt, ist eher von eine von 1000 angesteckten Personen zu reden.

Was auch aus Italien und China bekannt ist: Rund 50% der Verstorbenen Patienten sind über 80 Jahre alt, fast 90% sind über 70-Jahre.
Weiter hat sich gezeigt, dass rund 80% der Verstorbenen zwei oder mehr chronische Vorerkrankungen hatten.

Aktuelle Zusammenfassung der italienischen Gesundheitsbehörde:
– Das Medianalter liegt bei 80.5 Jahren (79.5 bei den Männern, 83.7 bei den Frauen).
– 10% der Verstorbenen waren über 90 Jahre alt; 90% waren über 70 Jahre alt.
– Höchstens 0.8% der Verstorbenen hatte keine chronischen Vorerkrankungen.
– Ca. 75% der Verstorbenen hatten zwei oder mehr Vorerkrankungen, ca. 50% hatten drei oder mehr Vorerkrankungen, darunter insb. Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs.
– Fünf Verstorbene waren 31 bis 39 Jahre alt, alle mit schweren Vorerkrankungen.
– Das Gesundheitsinstitut lässt weiterhin offen, woran die untersuchten Patienten starben, und spricht allgemein von »Covid19-positiven Verstorbenen«.

Sind alle diese Corona-Toten an oder mit Corona gestorben? Starben nicht viele an Pneumonien anderer Ursache, teilweise in hoher Zahl an Krankenhauskeimen?

Interessante Zahlen kommen bisher aus Japan:
Obschon Japan als eines der ersten Länder positive Testresultate hatte und keinen „Lockdown“ einführte, ist es bisher eines der am wenigsten betroffenen Länder. Es wurden keine Zunahme an Lungenentzündungen und keine erhöhte Krankenhausbelegung berichtet.

Das bedeutet nicht, dass hinter diesen Zahlen nicht auch tragische Einzelschicksale stecken. Doch oft trifft es – ähnlich wie wir das von der Grippesaison kennen – gehäuft Personen, die am Ende ihres Lebens stehen.

Da durch die Altersstruktur unserer Gesellschaft viele genau in diese Gruppe gehören ist die Geschwindigkeit der Ausbreitung ein zentrales Problem.
Gleiches gilt aber auch für die jüngeren Altersgruppen. Wenn zu viele gleichzeitig krank werden ist das weder für das Sozial- noch das Gesundheitssystem bewältigbar.

Daher sind die Massnahmen der Verlangsamung grundsätzlich notwendig.
Wenn sie denn von allen umgesetzt würden! Genau da steckt das Problem unserer Gesellschaft, die mangelnde Solidarität in diesem Bereich und die offensichtliche Gedankenlosigkeit vieler Menschen, die keine Lust haben diese Massnahmen des sozial distancing einzuhalten, mit dem dummen Argument, dass „man selbst ja kein Risiko habe“.

Das Problem ist nicht der Virus, das Problem sind die Menschen und unsere Gesellschaft.
Und vielleicht ist das genau eine der Ursachen warum es überhaupt zu der Pandemie oder gar zu dem Entstehen des Virus kam …
Was alle aber verängstigt ist der Kontrollverlust durch fehlende Maßnahmen gegen das Virus. Und diese Angst könnte schlimmer sein das die Gefahr durch das Virus selbst…

Menschen bekommen Angst, weil sie einer neuen, großen und unbeherrschbaren Gefahr gegenüberstehen. Davor haben sie mehr Angst als vor bekannten Gefahren. Wir wissen zum Beispiel, dass jährlich 15.000 Menschen durch Krankenhauskeime sterben und 9000 durch Haushaltsunfälle und 2017 gab es 25000 Grippetote – ohne dass Panik ausgebrochen wäre.

Es geht darum, wie diese Zahlen eingeordnet werden. Wir Menschen haben ein entwicklungsgeschichtlich relativ junges Frontalhirn, das dazu dient Fakten zu ordnen und zu verarbeiten. Weiterhin haben wir ein Angsthirn im Hirnstamm, das entwicklungsgeschichtlich sehr alt ist. Wenn nun eine neue Gefahr auftritt, wie das Corona-Virus, dann kann das Angsthirn nichts damit anfangen, wenn ihm das Frontalhirn vorrechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer Corona-Infektion zu sterben, doch sehr gering ist. Darum reagiert das Angsthirn instinktiv mit Angst und Flucht.

Die Entscheidungen des Hirnstamms zielen schon immer auf das Überleben. So gesehen sind Menschen wie Tiere, die auf Entscheidungen des Hirnstamms reagieren. Das Abwägen von Fakten macht das Angstsystem nicht, instinktiv geht es sofort um Leben und Tod.
Man könnte es so beschreiben: Die Echse in uns hat die Führung übernommen. So verpuffen natürlich die Appelle an die Vernunft, zum Beispiel Hamsterkäufe zu unterlassen.

Menschen im Norden neigen generell zu mehr Angst, was möglicherweise daher kommt, dass man früher in den harten Wintern vorausschauend denken und Nahrungsmittel hamstern musste. Die Ängstlichen haben dies getan und überlebt, während die Sorglosen im Norden ausstarben. Wir sind die Nachfahren der Ängstlichen von damals; da Ängste sich vererben, haben wir heute noch das Hamster-Gen. Was wohl auch das unsinnige Horten von Lebensmitteln erklärt.

Daher ist es elementar, dass Ärzte «die Kirche im Dorf lassen» und Sicherheit ausstrahlen. Ziel muss sein die Patienten nicht zusätzlich verunsichern, selbst dann nicht, wenn sie selbst Angst haben, sich anzustecken

Aktuell erleben wir auch einen Wettkampf um die Medikamente. Diskutiert werden der Einsatz von Arthritis-Mitteln, Anti-Malaria-Mitteln und von gewissen Chemotherapeutika. Eine besondere Position nimmt Remdesivir ein. Es handelt sich um ein Virostatikum, dass in der Behandlung gegen RNA- Viren zum Einsatz kommt, wie Corona, Ebola und das Marburg-Virus. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA gab in einer Pressemitteilung am 19.3. bekannt, dass der erste Patient dadurch geheilt werden konnte. «Innert 12 Tagen war der 79-jährige Patient bereits zweimal rachenabstrich-negativ und kann nach Hause zurückkehren».

Hier müssen aber nun wissenschaftliche Untersuchungen zeigen ob es nicht einfach nur Einzelfälle sind.
Wenn wir schon nicht so viel gegen das Virus machen können, warum sollten wir dann nicht einmal etwas für unser Immunsystem tun?
Ein Problem dabei ist, dass es in der gesamten Schulmedizin kein einziges Medikament gibt, welches das Immunsystem fördert …
Also nicht gegen den Virus, sondern FÜR den Menschen arbeiten und handeln. Dies geht leider in der aktuellen Situation völlig unter! Und genau dies war ist und schon immer die Domäne der naturheilkundlichen Medizin gewesen.

Je stärker unsere Abwehrkräfte, umso besser sind wir auch gegen das neuartige Coronavirus gerüstet. Daher ist es von großer Bedeutung, unsere Immunkraft zu stärken und zu erreichen, dass unsere Schleimhäute geschützt werden. Die Schleimhäute sind nämlich die Eintrittspforte für die Viren.
Es gibt einige Mikronährstoffe, von denen wir wissen, dass sie das Immunsystem stimulieren bzw. regulieren.
Bekannt ist, dass eine gute Versorgungmit Vitamin A, D und C, Selen und Zink – am besten optimiert nach einer Laborkontrolle – uns vor Infekten schützen kann. Dazu gibt es überzeugende Studien und sogar positive Meta-Analysen.
Effiziente Dosierungen liegen hier für Vitamin D bei ca 50 IE pro kg Kg/dund Vitamin A bei 50 IE pro kg Kg/d.

Vitamin C hochdosiert könnte eine sehr spannende Option sein, zumindest gibt es positive Erfahrungsberichte. In Amerika ist sogar eine Phase 2 Studie gestartet worden: (Vitamin C Infusion for the Treatment of Severe 2019-nCov infected Pneumonia; es werden 12 Gramm Vitamin C Intravenös gegen Placebo getestet)

EPA und DHA sind effektive Immunmodulatoren die unter anderem immunstärkende Wirkungen haben, die wir zu Beginn einer Infektion dringend benötigen. Omega-3-Fettsäuren spielen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Entzündungsreaktion, die nach einer Infektion mit Pathogenen, einschließlich des Coronavirus (2019-nCov), auftritt. Je besser die Entzündungsreaktion reguliert wird, desto kleiner ist das Risiko, dass die auf die Infektion folgende Krankheit (im Falle des Coronavirus: COVID-19) einen schwerwiegenden Verlauf nimmt

Dazu sind ausreichende Dosierungen notwendig.
Um den individuellen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren im Dosis-Bereich von 1.000-4.000 mg zu bestimmen, ist eine Fettsäure-Analyse empfehlenswert. Häufig benötigt man heute eine Menge von 2.000 mg der marinen Fettsäuren EPA und DHA täglich, um einen protektiven Omega-3 Index von 8 % zu erreichen.
Auch für Echinacea und andere Phytotherapeutika sowie für ätherische Öle kann ein potentieller Effekt zumindest angenommen werden.

Mit Vitalpilzen – auch Heilpilze genannt – können wir unsere Abwehrkraft aber noch zusätzlich und ganz besonders effektiv unterstützen.
Ein ganz wichtiger Vitalpilz ist hier der Coriolus mit starken antiviralen und auch antibakteriellen Effekten. Diese beruhen vor allem auf zwei im Coriolus enthaltenen Wirkstoffen, den Polysaccharidopeptiden PSK und PSP. Diese beiden Inhaltsstoffe aktivieren unsere zelluläre Abwehr.

Eine gute Ergänzung zum Coriolus ist der Reishi. Insbesondere durch seinen hohen Gehalt an Triterpenen entfaltet dieser Vitalpilz eine starke antientzündliche Wirkung.. Hervorzuheben ist in Zusammenhang mit dem Coronavirus zudem der starke antioxidative Effekt von beiden Pilzen. Sie senken auch in den Atemwegen den oxidativen Stress und könnten somit einer zu starken Vermehrung der Viren entgegenwirken.

Ganz so hilflos sind wir dann dieser «Bedrohung» doch nicht ausgesetzt und sollten genau diesen Faktor in den Vordergrund stellen. Nicht angsterfüllte panikerzeugende Berichterstattung, sondern positive gesundheitsfördernde Vorschläge sind zu empfehlen.

Zentral ist in unserer Gesellschaft nun die echte gelebte Solidarität zu fördern, denn eine angsterfüllte und auf gegenseitigem Misstrauen aufbauende Gemeinschaft wird die Herausforderung wohl kaum bestehen….

Und zuletzt noch eine ganz andere erschreckende Zahl:
Ein Virus aus Afrika sorgt für keinerlei Aufregung, obschon es HEUTE für 25’000 Todesopfer gesorgt hat, vorwiegend Kinder. Der Name des Virus: Hunger. Davon lesen wir nichts …….

Dr. Simon Feldhaus

Pflanzliche Nahrungsmittel als Medizin in der Küche

Veröffentlicht am: 12. Februar 2020
Autorin: Sybille Binder, dipl. Ernährungsberaterin FH, dipl. Vitalstofftherapeutin NHK Zürich

„Lasst Eure Nahrungsmittel Eure Heilmittel sein.“ Diese alte Aussage des griechischen Arztes der Antike, Hippokrates, findet in der Wissenschaft immer mehr Anerkennung, nachdem sie schon seit Jahrtausenden in traditionellen Medizinsystemen verankert war und eingesetzt wurde. In der modernen Medizin hat dieses Wissen lange Zeit wenig Beachtung gefunden.

Über Jahrzehnte hat sich die Wissenschaft vor allem mit den Energiewerten der Nahrungsmittel in Form von Kalorien und mit den Makronährstoffen Proteine, Kohlenhydrate und Fette auseinandergesetzt. Das Augenmerk richtete sich auf die optimale Abdeckung von Energieträgern. Ein Zuviel oder Zuwenig wurde mit Krankheiten gleichgesetzt. Über mehrere Jahrzehnte wurde Fett als Ursache für viele Zivilisationskrankheiten genannt, was heute infrage gestellt wird. 
Bei Gemüse und Obst wurden vor allem die Ballaststoffe sowie die Vitamine und Mineralien als wichtig für die Gesundheit erachtet.
Je mehr die Wissenschaft in die Tiefe geht, desto klarer wird, dass die Hauptnährstoffe manchmal als weniger wichtig zu bewerten sind als das Fehlen von Inhaltsstoffen. Gerade angesichts der Komplexität von Entzündungen und Zellschäden sind Inhaltsstoffe sehr bedeutsam.

Sekundäre Inhaltsstoffe sind unterschiedliche chemische Verbindungen ohne Nährwert mit spezifischer Wirkung auf unterschiedliche Stoffwechselprozesse. Sekundäre Inhaltsstoffe werden von der Pflanze häufig als Schutz für sie selber produziert. Die Pflanze schützt sich durch diese Verbindungen vor UV-Strahlen, Viren, Bakterien, schädlichen Pilzen und hat auch Frassgifte entwickelt, damit sie von Tieren nicht verzehrt wird. Wenn Tiere diese fressen, können sie vergiftet werden oder Krankheitsbilder entwickeln.  Dies sind zum Beispiel die Lektine, die nun auch in der Ernährungswissenschaft Bedeutung finden.
Lektinreiche Nahrungsmittel können im Verdauungstrakt zur Verschiebung von Bakterien führen und entzündliche Prozesse im Darm selber oder im Organismus auslösen.

Viele der Inhaltsstoffe sind für Tier und Mensch giftig, da die Pflanze sie zu ihrem eigenen Schutz produziert. Unzählige von ihnen sind jedoch sehr effektiv und gesundheitsfördernd für Mensch und Tier. Bereits 1949 wies der indische Mediziner R. J. Vakil auf die heilende Wirkung von Schlangenwurzel hin; sie wirkt blutdrucksenkend, krampflösend und stimmungsaufhellend. 1967 zeigte Karl-Heinz Kubeczka auf, dass Knoblauch eine blutdruckreduzierende Wirkung hat. Aber es sollte noch viele Jahre dauern, bis pflanzliche Nahrungsmittel in ihrer Komplexität verstanden und ihre therapeutische Wirkung erkannt wurde.

Bislang sind etwa 100 000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, wobei 5000 bis 10 000 in der menschlichen Nahrung vorkommen (Watzl 2008). Erst wenige sind wissenschaftlich erforscht. Es wird davon ausgegangen, dass in den nächsten Jahren verschiedene weitere Stoffe bekannt werden, die therapeutisch nützlich eingesetzt werden können.

Bisher gut erforscht sind zum Beispiel

  • Carotinoide und Flavonoide, welche antioxidative Wirkung haben
  • Phytosterine, Alkaloide, welche antientzündlich und schmerzreduzierend wirken

Noch weniger bekannt ist Psoralen, welches zu den Cumarinen gehört, ein Toxin, das Pflanzen entwickeln, um sich vor schädlicher Strahlung zu schützen. Die Wissenschaft zeigt, dass diese Substanz als photoaktive Chemotherapie zur Behandlung von Psoriasis und Vitiligo eingesetzt werden kann.
Immer mehr finden sekundäre Inhaltsstoffe auch Bedeutung im Bereich der Epigenetik, sie wirken mit bei der Aktivierung oder Blockierung von Genen.

Inhaltsstoffe können aus den Pflanzen isoliert werden und so als Einzelsubstanz eingesetzt werden. Sie wirken jedoch häufig in Verbindung mit anderen Substanzen als Nahrungsmittel effizienter.
So werden individuell eingesetzte Nahrungsmittel zu einem wichtigen Therapeutikum.
Reich an solchen heilbringenden Inhaltsstoffen sind viele Gewürze und Kräuter, bestimmte Früchte und Gemüse.

Nahrung als Medizin und gleichzeitig Genuss, das ist die Kunst, die immer mehr Bedeutung findet.
Kreative einfache Gerichte können grosse therapeutische Wirkung haben.
Dies gilt aber nicht für alle, sondern ist individuell zu betrachten.

Sybille Binder

dipl. Ernährungsberaterin FH, 
dipl. Vitalstofftherapeutin NHK Zürich