SSAAMP-Fortbildung im Hotel St. Gotthard Zürich am Donnerstag, 29. Oktober 2026
Programm auf der Site www.ssaamp.ch

Veröffentlicht: 22. September 2026
Autor: Dr. med. Simon Feldhaus, Präsident SSAAMP
In der heutigen Zeit mit steigender Zahl von Herz-Kreislauf-Krankheiten wird in Bezug auf Risikoreduktion am häufigsten über den Risikofaktor „Cholesterin“ berichtet und diskutiert. Es entsteht schnell der Eindruck, dass diese Substanz ein wahrer Fluch der Menschheit zu sein scheint.
Fakt ist, dass Cholesterin ein lebensnotwendiger Grundstoff im Körper ist und daher auch selbst synthetisiert wird. Dies geschieht aus Abbauprodukten von Fettsäuren, Stärke, Zucker oder Aminosäuren. Auch ein Kalorienüberschuss wird in die Cholesterinproduktion eingeschleust. Dazu kommt noch die Cholesterinaufnahme durch die Nahrung, um die körpereigene Produktion zu entlasten.
Dieser Teil des Gesamtcholesterins ist aber sehr gering: dass durch die Nahrung aufgenommene Cholesterin kann den Blutcholesterinspiegel um ca. 5 % erhöhen!
Warum Cholesterin für den Körper ein segensreicher Stoff ist, zeigt seine Vielfalt an Funktionen:
Es ist mitentscheidend für die Elastizität der Zellmembranen, wird zur Produktion der Sexualhormone und der Steroidhormone benötigt, ist wesentlich für die Produktion von Gallensäure und auch Vitamin D. Damit ist es auch verständlich, dass beispielsweise bei chronischem Stress der Cholesterinspiegel höher sein muss, um die Stresshormone produzieren zu können. Bei zu niedrigem Cholesterin kann es zu Störungen der Menstruation, Ödembildungen, Energiemangel, Müdigkeit und zu verminderter Stresstoleranz kommen.
Diese Gefahr besteht vor allem bei kohlenhydratreicher sowie fett- und eiweissarmer Ernährung wie sie aber genau in der heutigen Zeit als „gesund“ beschrieben wird. Der Allgemeinheit wird ja gerade panisch Angst vor Fett gemacht und der Genuss von Kohlenhydraten vor allem auch in Form von Getreide empfohlen …
Wie jede Substanz hat aber auch Cholesterin seine Schattenseiten: es spielt eine gewisse Rolle in der Entstehung und Progression der Arteriosklerose. Doch genau hier ist eine differenzierte Betrachtung notwendig:
Letztendlich ist das LDL der schädliche Faktor und wenn man es ganz genau betrachtet, dann vor allem das oxidierte LDL (oxLDL). Erst diese Fraktion des LDL-Cholesterins führt in Kombination mit einer Entzündungsreaktion in der Gefässwand zur Bildung der Schaumzellen und dann der arteriosklerotischen Plaques.
Weiterhin bleibt überschüssiges Cholesterin dann an den Gefässwänden haften, wenn diese durch hohe Homocysteinwerte geschädigt werden.
Die Schulmedizin konzentriert ihre Massnahmen ausschliesslich auf die Senkung des Gesamtcholesterins und des LDLs vor allem durch den Einsatz der Statine.
Doch wie wirksam sind diese denn wirklich?
Einem Cochrane-Review zufolge profitieren auch hyperlipidämische Patienten, die nicht an einer KHK leiden, von der Behandlung mit einem Statin: Ihre Mortalität sinkt relativ um 14%, die Herzinfarkt- und Schlaganfallrate geht um 27 bzw. 22% zurück (Taylor F et al., 2013). Das klingt erstmal überzeugend, doch gilt es genauer hinzuschauen und nicht nur auf Prozente.
Absolut betrachtet ist der Nutzen denn SEHR bescheiden. Wenn 1000 Patienten
fünf Jahre lang ein Statin einnehmen, lassen sich damit gerade einmal 18 schwere kardiovaskuläre Ereignisse verhindern.
Gemäss den neuesten Richtlinien wird dabei sogar diskutiert, praktisch allen Menschen vorbeugend solche Medikamente zu geben, um den Cholesterinspiegel möglichst niedrig zu halten.
Dies kann aus regulationsmedizinischer Sicht keinesfalls unterstützt werden. Einerseits werden dabei eben auch die vom Cholesterin abhängigen Hormone in ihrer Produktion gestört, andererseits führen die cholesterinsenkenden Medikamente zu einem Mangel an Q10, da auch dessen körpereigene Produktion gehemmt wird.
Und gerade das Q10 ist der wichtigste antioxidative Schutzfaktor des Herzmuskels und wird auch für die Produktion von ATP in den Mitochondrien benötigt. Genau dieser medikamentös erzeugte Q10 Mangel ist dann auch für die gut bekannten Nebenwirkungen der Statine verantwortlich wie Muskelschmerzen, Müdigkeit und erhöhter Verletzungsanfälligkeit im Sport.
Ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt andere Schwerpunkte wie den Schutz des LDL-Cholesterins vor der Oxidation durch sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien, der Entfernung des Cholesterins aus dem Blut durch die Aminosäuren Glycin und Taurin, sowie Verbesserung der Fliesseigenschaften des Blutes durch Einsatz von Omega-3-Fettsäuren. Auch die Gabe von Lezithin, Chrom und Vitamin B3 führt zu einer deutlichen Senkung des Cholesterinspiegels.
Weiterhin kann die Gabe von Vitamin C in retardierter Form ein erhöhtes Lipoprotein –A-Spiegel im Blut senken und zur Absenkung von erhöhtem Homocystein helfen vor allem Folsäure, Vitamin B6 und Zink.
Zur Risikoreduktion trägt Stressabbau, regelmässige körperliche Aktivität und eine mediterran orientierte, aber kohlenhydratreduzierte Ernährung bei. Eier sind im Gegensatz zur allgemeinen Ansicht nicht verboten, sondern diesbezüglich als harmlos zu betrachten! Neue Studienergebnisse zeigen, dass Leinsamen einen sehr positiven Einfluss auf die Cholesterinwerte haben.
Auch der Einsatz der Phytotherapie in Form von Artischockenextrakt ist eine empfehlenswerte Massnahme.
Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass die positiven Aspekte des Cholesterins in den Vordergrund gestellt und durch Nutzung von Mikronährstoffen, gesunder Ernährung, Stressreduktion und regelmässiger körperlicher Aktivität der Körper vor den negativen Seiten geschützt werden sollte.
Was soll man nun von all den divergierenden Untersuchungen halten?
Genau das diskutieren wir im Rahmen unserer Fortbildung am 29.10.26 in Zürich. Programm und Tickets siehe www.ssaamp.ch
Meine Empfehlung wäre:
Transfettsäuren müssen vermieden werden, ausreichend Omega-3-Fettsäuren sollten eingenommen und im Labor kontrolliert werden.
Eine medikamentöse Cholesterinsenkung muss sehr kritisch hinterfragt werden. In vielen Fällen ist sie – auch wenn man die kardiologischen Leitlinien korrekt betrachtet – gar nicht erforderlich.
Wie immer: SSAAMP first to know!!
Dr. med. Simon Feldhaus, Präsident SSAAMP
SSAAMP-Fortbildung im Hotel St. Gotthard Zürich am Donnerstag, 29. Oktober 2026
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